Kahlschlag oder die große Leere / Logging or the big Void

 

Kahlschlag oder die große Leere / Logging or the big Void

Kreide und Bleistift auf Papier / chalk and pencil on paper, 300 x 500 cm, 2016

 

Kahlschlag / Logging

Serie, Kreide und Bleistift auf Papier / series, chalk and pencil on paper, 40x30 cm 2016

 

Es ist eine Frage der Sichtweise, wie man die Arbeit Kahlschlag oder die große Leere liest. Im ersten Moment assoziiert man einen Sternenhimmel, in dem größere und kleinere Asteroiden durch den Raum schweben. Passkreuze, wie man sie von Weltallaufnahmen kennt, markieren die einzelnen zusammengesetzten Bildausschnitte und erfassen die abgebildeten Objekte in ihrer Position. Die Vorstellung eines toten und doch lebendigen Weltraums verdichtet sich in dem insgesamt 3x5 Meter großen Werk. Tatsächlich blickt man auf ein sehr bodenständiges Phänomen: Die Kreidezeichnung auf schwarzem Papier dokumentiert im Maßstab 1:1 eine gerodete rechteckige Waldparzelle. Der sogenannte Kahlschlag meint in der forstwirtschaftlichen Terminologie das großflächige Abholzen eines Waldstückes innerhalb eines kurzen Zeitraums. Wie in einem Grundriss erkennt man gekappte Baumstrünke mit Jahresringen, Sägespuren und geschnittenes Unterholz. In der Gegenüberstellung von Mikro- und Makrokosmos, in Form dieses 15m2 großen Vexierbildes, spiegelt sich nicht nur die Analogie von Raum und Distanz wider, sondern auch ein zeitlicher Aspekt: die festgehaltene Momentaufnahme und das entrückte Bild ferner Lichtjahre.  

 

 

 

 

 

 

 

 


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