Edge of the Sea

  Bleistiftzeichnung auf Papier /  pencil drawing paper, 2022

 

Es sind nicht gerade liebliche oder romantische Wellen, die sich in Marianne Langs Zeichnungen hier kräuseln. Es sind auch keine abenteuerlichen, solche die Surfer-Herzen höherschlagen lassen würden. Selbst das Wort stürmisch wäre deplatziert und trifft es nicht einmal ansatzweise. Eigentlich – so müsste man sagen – sind es überhaupt keine Wellen, wie sie Mutter Natur jemals zustande bringen wagen würde, weder durch Wind, noch Ebbe und Flut oder gar durch Seebeben. 

Die Gewalttätigkeit dieses Wassers und gleichzeitig seine Unnatürlichkeit erschließt sich durch zweierlei Merkmale: zunächst durch seine geballte Wucht, die (oft mitten auf ruhiger See) spontan entladen unglaubliche Kräfte und Wassermassen entfesselt, wie es wohl nur ein Unterwasser detonierender Sprengkörper im Stande wäre; und zweitens eine völlig surreal anmutende Symmetrie – wie sie bestenfalls die Natur der Pflanzenwelt approximativ erreichen kann, sicher aber nicht ein chaotisches System, wie das des bewegten Wassers. 

Hier werden alle Gesetze der Physik ausgehebelt und erzeugen ein virtuos zelebriertes Endzeitszenario, vor dem der Betrachter wie die Ratte vor der Schlange seine Augen nicht abzuwenden vermag. 

 

 

Copyright © 2017 Marianne Lang

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