ausgangspunkt für die ausstellung im salzburger kunstverein ist das video rainy days. es zeigt statisch das leere zimmer in ihrem elternhaus in der steiermark. zunächst in dunkelheit gehüllt, vermittelt der raum den zustand bei nacht. allmähliche dämmerung und tagesstimmung fügen sich der reihe nach hinzu, während zunehmend der blick aus den fenstern an faszination gewinnt. man erkennt eine wohnfassade, so wie der ausblick in marianne langs derzeitiger wohnung in wien im 3. stockwerk sie zeigt. das zimmer ist bloß ein modell. gleich einem flexiblen bilderrahmen wechseln die hintergründe dezent aber bestimmt. lichtverhältnisse wechseln einander ab, gelegentlich dringen verirrte strahlen durch den scheinwerfer eines auf der landstraße vorbeifahrenden autos in den raum ein. doch auch dies ist nur fake. der titel rainy days bezieht sich auf den höhepunkt der scharade, bei dem sich in einem plötzlichen wolkenbruch das gegenüberliegende gebäude als als pappe bestehend erweist und aufgeweicht in sich zusammenstürzt. aufgrund von sehgewohnheiten formt unser verstand modelle, an denen wir uns bedingungslos orientieren und auf die wir unser eigenes leben verwetten würden. als präsentationsform inszeniert die künstlerin das video in einer ihr typischen formensprache selbstgebastelten box aus sperrholz und karton. der betrachter sitzt davor und blickt in eine röhre die gleichsam das gezeigt ein- sowie ausschließt. die elemente des films spiegeln sich nämlich ( außerhalb der kartonkiste) im ausstellungsraum wider.
an der wand hängt eine
lebensgroße zeichnung des zimmers. feinteilig und akribisch bilden sich
texturen und flächen ab, ergeben geometrische strenge und erzeugen doch
raum, der aber gleich einem theoretischem konstrukt einer kühlen und
nüchternen leere verhaftet bleibt. beleuchtet wird das bild mittels glühbirne,
die von der decke hängt und die szene in gleißendes, künstliches
licht setzt. zusätzlich manipuliert die künstlerin die lichtverhältnisse
mit einer installation an den fenstern. aus pappe bestehende jolousien, so
wie sie auch im video zu sehen sind, blenden das natürliche tageslicht
unterschiedlich stark aus und kreieren eine weitere ebene der konstruierten
wirklichkeit. ein gedanke, der den wohnraum als virtuelles konzept versteht,
verdichtet sich sukzessive nachdem der betrachter den raum betreten hat. marianne
lang schafft eine neue welt, die sich aus trug und kulisse massiv manifestiert
und den besucher schonungslos der suche nach bezugspunkten zur (vermeintlich
)wirklichen realität aussetzt und alleine lässt sobald sich diese
als hirngespinst auflöst.

wallpaper / drawing / video / installation / 2011

